{"id":378,"date":"2007-03-22T06:21:07","date_gmt":"2007-03-22T05:21:07","guid":{"rendered":"http:\/\/beta.heger.li\/erfahrungswerte\/"},"modified":"2019-04-05T15:12:24","modified_gmt":"2019-04-05T15:12:24","slug":"erfahrungswerte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.heger.li\/de\/erfahrungswerte\/","title":{"rendered":"Erfahrungswerte?"},"content":{"rendered":"<p>Draussen dr\u00f6hnen Hupen, erboste Autofahrer machen ihrem Unmut<br \/>\nmit Hilfe eines erweiterten Ger\u00e4uschorganes Luft.<br \/>\nWie seltsam mir, als reinem Passiv-Autofahrer [*], scheint,<br \/>\ndiese k\u00f6rperfremden, anorganisch-leblosen Dinge als eine Erweiterung menschlichen K\u00f6rpers zu erfahren.<\/p>\n<p><a title=\"travelling without moving\" href=\"http:\/\/blog.heger.li\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/travelinwithoutmoving.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"travelling without moving\" src=\"http:\/\/blog.heger.li\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/travelinwithoutmoving.thumbnail.jpg\" width=\"220\" height=\"153\" align=\"right\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nicht mehr und nicht wenigererscheint es mir, denn auch<br \/>\nmeinen Leib muss ich bewegen, da muss ich wissen wo er<br \/>\nbeginnt und wo seine Grenzen sind. Da wie dort gibt<br \/>\nes geschicktere, \u00e4ngstlichere, zaghaftere, waghalsige<br \/>\nund r\u00fccksichtslose Benutzer.<\/p>\n<p>Diese Gedanken fuhren mir letztens ein, als ich einen<br \/>\nLKW Fahrer eines grossen Brummis mit Anh\u00e4nger beim Rangieren<br \/>\nbeobachtete. Der Mensch als Auto, Bus, Lastwagen, Zugsgarnitur,<br \/>\nBallon, Flugzeug, Raumschiff. Wir bewegen uns in allen uns<br \/>\nM\u00f6glichen Dimensionen, mit der uns eigenen gesch\u00e4ftigen Hektik.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir leben komplet &#8222;entmenscht&#8220;, &#8222;artfremd&#8220;.<\/p>\n<p>Eifern Werten hinterher, die sobald sie erreicht wurden schon wieder obsolet werden.<br \/>\nWarum befallen mich derartige Gedanken, wieso erscheinen<br \/>\nmir diese Dinge so absurd, das ich sie zu Papier bringen<br \/>\nmuss? Nein doch es ist nicht einmal Papier, noch viel weniger<br \/>\nbloss eine Idee in einer Anh\u00e4ufung von Chips. Manchmal<br \/>\nm\u00f6chte ich mich mehr sp\u00fcren, weniger verkompliziert sein.<br \/>\nDoch ich sehe die Alternative nicht plastisch vor mir,<br \/>\nmir ist nur klar, dass vieles anders lief, \u00fcbertriebener<br \/>\nals gedacht. Das sobald etwas gutes Entdeckt wird es nicht<br \/>\nweniger als zu Schande verwendet und pervertiert werden muss.<br \/>\nMich dreht es im Kreis und es denkt im Quadrat, ich will<br \/>\nweg von reinen Hirntheorien, Gedankenkonstrukten, Idealvorstellungen,<br \/>\ngestusst wie. Ich bin wirklich \u00fcberfordert mit den Informations-<br \/>\nund M\u00f6glichkeitsangeboten. L\u00e4hmung und Unm\u00f6glichkeit resultieren<br \/>\nf\u00fcr mich daraus.<\/p>\n<p>Meine Ger\u00e4uschkulisse ist die breite Strasse<br \/>\n\u00fcber die sich tagt\u00e4glich viele Autobesitzer in ihren Vehikeln<br \/>\nqu\u00e4len und dann noch der Loop einer Webseite die ich offen habe,<br \/>\nder Ton liess sich nicht deaktiveren und ich bin zu bequem ihn<br \/>\nanderwertig abzuschalten. Ich beriesle mich bis meine Geh\u00f6rorgane<br \/>\nversagen. Ich beriesle mich mit Information, bis mein Geist nachtgibt,<br \/>\nich konsumiere mich bis ich mich verzehrt habe. In Gefahr in einer<br \/>\nstatischen Kulisse nicht mehr als ein Statist zu sein, der nicht einmal<br \/>\neine Sprechrolle bekam, oder gar ein Pappkamerad.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte vieles gerne k\u00f6nnen, jeder sollte sich in allen M\u00f6glichen<br \/>\nFormen mitteilen k\u00f6nnen: Get\u00f6ne, Gesang, Gespr\u00e4ch, Geschreibe, Gezeichne,<br \/>\nGepl\u00e4nkel, Gespiele, Gek\u00e4mpfe, Gemurks, Geforsche, bildGEhauere, Geschichte,<br \/>\nGedichte, Gestik, Mimik. Geht eigentlich auch, doch sind die Ergebnisse<br \/>\nin den Feldern in denen ich nicht talentiert bin oft entmutigend.<br \/>\nDoch worum geht es? Zu gefallen? Mir selbst? Anderen? Verstanden zu werden?<\/p>\n<p>Puh, Loop gestoppt, Winamp angefeuert und die bestehende Playlist verwendet.<br \/>\nCirka 1\/3 ist der Anteil der Englischen W\u00f6rter (Anglizismen) im vorigen Satz,<br \/>\nder grammatikalisch gesehen kein g\u00fcltiger deutscher ist,<br \/>\nlaut k\u00fcnstlerischer Freiheit schon. Sonst nur noch Regeln keine Kreativit\u00e4t.<\/p>\n<p>Mir ist zum Schreiben zu Mute, oder habe ich ein B zuviel?<br \/>\nWas fange ich bloss mit dir an Mann im Mond. Entspanne dich<br \/>\nweiter nichts, keine Notwendigkeit zur Produktivit\u00e4t, kommt<br \/>\nschon noch fr\u00fch genug. Jedem seinen angestammten Platz in dieser<br \/>\nunserer Gesellschaft. Da nimm dankbar die Brocken, die vorgeworfenen,<br \/>\nlass daraus keinen Vorwurf erwachsen, andere kriegen bloss noch die<br \/>\nReste, f\u00fcr mehr ist noch weniger da.<\/p>\n<p>Die modernen G\u00f6tzen, unser Messias die Information, was ist die Einheit der Information? Das Bit, Geld, Wissen, oder was ganz anderes?<\/p>\n<p>[*] Dieser Eintrag ist durch ein Zeitloch aus der Vergangenheit erschienen, aus einer Zeit als ich noch nicht Auto fuhr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Draussen dr\u00f6hnen Hupen, erboste Autofahrer machen ihrem Unmut mit Hilfe eines erweiterten Ger\u00e4uschorganes Luft. 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