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Ich schätze den Winter, in freudiger Erwartung des Frühlings, schneebeladenen Erinnerungen an schöne Sommer, bunte blätterquirlende Herbsttage. Noch genug Leben, mehr Eile weniger Geschäftigkeit. Wenn du jetzt noch kein Nest, oder eine Höhle hast, benötigst du keine, wenn doch verweilst du dort, oder eilst eben dorthin. Die Schwere der weissen Last ist Ächzen, Krachen und Singen.

Empfindliche tragen Felle und wissen diese sehr zu schätzen. Taubes Knirschen, harte Erde wehrt jeder Frucht. Leben kommen und gehen: Zyklen. Der Wind treibt wenige Wagemutige vor sich her. Wem bei seinen Liedern noch nicht das Hören vergeht wundert sich, wieso Kälte taub machen soll, wo sie doch eine eigene Melodie der Isolation innehat.

Hasen meiden den verräterischen Schnee. Spuren kreuzen einander und verlieren sich in dichter bewaldeten Gebieten. Zeit? – Wozu? Keine Menschen hier, die sie benötigen würden. Wild zieht vorbei, recht zahm, keiner hier der es jagt, niemand den man nicht riechen könnte, kennt doch die Natur keine Grausamkeit, keine Gewalt, nur Menschen die sie säen wollten. Die Schönheit die in den Augen des Betrachters liegt, bald schon in dessen Hand, bald in dessen Besitz.

Schmerzt dir nicht, wenn all deine Blätter im Herbst davonziehen,
so lebendig und doch nur vom Wind gefegt?
Wenn es dir aber leicht fällt, liebst du sie denn nicht?

Sie sind ein Teil von mir und doch nicht,
durch sie verliere ich mich nicht und
ich sehe jedes für sich. Liebevoll ziehe ich sie auf,
sehe sie heranwachsen lasse rechtzeitig los.
All dies ist Zeichen meiner Liebe.
Niemand besitzt sie.
Sie ziehen in die Welt,
wenn auch nur für Tage, Monate,
befreien mich von ihrer Last,
sodass ich die kalten Monate gut überstehe.

Ich werde dieses Spiels nicht müde.